Silverster 2007

Text: Judith Hitz
Bilder: Gabrielle Rohr und Marcel Vögtlin

 

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Den Jahreswechsel verbrachten wir auch dieses Jahr wieder in geselliger und relaxter Runde in einer lauschigen Waldhütte. Gut genährt mit Raclette, Grilladen und einem Gläschen Wein brachte ein kunterbuntes Unterhaltungsprogramm auch gleich unsere vollen Bäuche wieder in Schwung, bevor der eine oder die andere einem Nickerchen vor dem knisternden Kaminfeuer erlag. Unser live Musiker Mike spielte an seinem Keyboard  Ohrwürmer und brachte es doch fertig, Ozzy Osbourne’s „I’m a Dreamer“-Ballade einfach so spontan aus dem Bauch oder dem Goldkelchen heraus, in die schwyzerdütsche Parodie „Ich ben en Steamer“ textlich zu improvisieren.   Also nun zum schon fast sportlichen Teil des Abends: Da mussten wir doch tatsächlich, in zwei Gruppen geteilt, im Akkordtempo Marcel’s Junggesellen-Hemden exakt und komplett faltenfrei Bügeln. Also mit wir, waren in erster Linie die Herren gemeint, die sich natürlich alle mit grosser Begeisterung um die zwei Bügeleisen rissen. Tja, damit wars dann auch noch nicht getan. Kaum hatten wir den Erfolg der Emanzipation mit den bügelnden Herren erlebt, wurden wir auch schon wieder Jahrzehnte zurück geschleudert. Es muss wohl zu Grossvaters Zeiten gewesen sein, dass der gepflegte Mann das sogenannte Pochettli in der Hemdbrusttasche kunstvoll drapiert, auf sich trug. So kam es, dass wir mit der Herausforderung konfrontiert waren, nach einem komplizierten Ingenieur-Anleitungsschema (oder wars eine Anleitung aus dem Internet von der Homepage www.frag-mutti.de), so ein schmuckes Tüchlein geometrisch à la Origamiekunst zu falten. So eifrig und leidenschaftlich wie an einem Trial, redeten alle fidel mit und gaben über die Schulter Anweisungen, ob nun der obere Falz in einem 90 Grad Winkel mit einem Gefälle von 35% über die linke Kurve des unteren Falz gezogen werden soll. Die Holdrio-Fraktion hat unter viel Gelächter und Neckereien das Rennen zeitlich gemacht, doch die emsige und konzentrierte zweite Bügelfraktion hat qualitativ das Bügelrennen für sich siegreich entschieden. Anyway, die zwei knitterfreien mit Pochettli geschmückten Hemden konnten sich zeigen lassen und Spass hatten wir alleweil. Aber tragen wollte sie dann an diesem Abend doch keiner.

Also, jetzt hatten wir uns ein Päuschen am Kamin mit einem Appenzeller wohl alle verdient und es wurde über so alles Mögliche geschwatzt. Nach einiger Zeit verschwanden dann Norbi und Daniela, wohl bemerkt, mit geheimnisvoller  Miene in ein Nebenzimmer. Was folgt denn nun? Nach ein paar wenigen Minuten öffnete sich dann die Tür und zuerst sahen wir nur eine hölzerne Röhre bis dann etwa nach 2 Metern oder so, Daniela hinter dem letzten Drittel eines Alphorns erschien und Norbi in gleicher Manier mit seinem Alphorn. Oje, müssen wir da nun tatsächlich rein blasen und als einziges Resultat hochrote Pustebacken und aus den Augenhöhlen quillende  Augen zum Besten geben, ohne dass ein harmonischer Ton hörbar wird. Blamage weit gefehlt! Wir hatten doch einige die es fertig brachten, einfache Tonlagen, die ab CD vorgespielt wurden, auf Anhieb auf dem Alphorn nachzuahmen. Da gab es sogar den einen, der das Alphorn fast nicht mehr aus den Fingern geben wollte, als Ersatz versuchte er es dann einige Stunden später mit zwei Fackeln im Mund. Kompliment an den Club-internen Musikantenstadel! Der holde Weekend-Älpler Norbert hat dann sein Können auch noch stolz demonstriert. Es war eine köstliche, musikalisch Einlage, die hier zum Amüsement aller dargeboten wurde.

Et voilà, das Dessertbuffet war nun eröffnet und  ein Kaffee war angesagt. Danach genossen wir einen Spaziergang mit Fackeln durch die klirrende Kälte der Silvesternacht und waren just um Mitternacht parat, die Gläser zu heben und auf ein gutes neues Jahr anzustossen.

Nach einiger Zeit hatten wir dann den Drang auf eine weitere Unterhaltungsrunde. Und so starteten wir mit dem Montagsmaler-Spiel, das schon fast zur Silvester-Tradition gehören könnte. Was da so an Sprüchen, krakeligen Zeichnungen und Einfallsreichtum beim Erraten der Begriffe dargeboten wurde, endete in einem Dauerlachen, so dass das Stoppen der Zeit schon ein schwieriges Unterfangen wurde.

Die fröhliche Silvesterrunde löste sich gegen die Morgendämmerung in zufriedener aber auch langsam schläfriger Stimmung auf und machte sich auf den sicheren Heimweg. Auf ein glückliches, gesundes und kameradschaftliches 2008!