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Den
Jahreswechsel verbrachten wir auch dieses Jahr wieder in
geselliger und relaxter Runde in einer lauschigen Waldhütte.
Gut genährt mit Raclette, Grilladen und einem Gläschen
Wein brachte ein kunterbuntes Unterhaltungsprogramm auch
gleich unsere vollen Bäuche wieder in Schwung, bevor
der eine oder die andere einem Nickerchen vor dem
knisternden Kaminfeuer erlag. Unser live Musiker Mike
spielte an seinem Keyboard
Ohrwürmer und brachte es doch fertig, Ozzy
Osbourne’s „I’m a Dreamer“-Ballade einfach so
spontan aus dem Bauch oder dem Goldkelchen heraus, in
die schwyzerdütsche Parodie „Ich ben en Steamer“
textlich zu improvisieren.
Also nun zum schon fast sportlichen Teil des
Abends: Da mussten wir doch tatsächlich, in zwei
Gruppen geteilt, im Akkordtempo Marcel’s
Junggesellen-Hemden exakt und komplett faltenfrei Bügeln.
Also mit wir, waren in erster Linie die Herren gemeint,
die sich natürlich alle mit grosser Begeisterung um die
zwei Bügeleisen rissen. Tja, damit wars dann auch noch
nicht getan. Kaum hatten wir den Erfolg der Emanzipation
mit den bügelnden Herren erlebt, wurden wir auch schon
wieder Jahrzehnte zurück geschleudert. Es muss wohl zu
Grossvaters Zeiten gewesen sein, dass der gepflegte Mann
das sogenannte Pochettli in der Hemdbrusttasche
kunstvoll drapiert, auf sich trug. So kam es, dass wir
mit der Herausforderung konfrontiert waren, nach einem
komplizierten Ingenieur-Anleitungsschema (oder wars eine
Anleitung aus dem Internet von der Homepage
www.frag-mutti.de), so ein schmuckes Tüchlein
geometrisch à la Origamiekunst zu falten. So eifrig und
leidenschaftlich wie an einem Trial, redeten alle fidel
mit und gaben über die Schulter Anweisungen, ob nun der
obere Falz in einem 90 Grad Winkel mit einem Gefälle
von 35% über die linke Kurve des unteren Falz gezogen
werden soll. Die Holdrio-Fraktion hat unter viel Gelächter
und Neckereien das Rennen zeitlich gemacht, doch die
emsige und konzentrierte zweite Bügelfraktion hat
qualitativ das Bügelrennen für sich siegreich
entschieden. Anyway, die zwei knitterfreien mit
Pochettli geschmückten Hemden konnten sich zeigen
lassen und Spass hatten wir alleweil. Aber tragen wollte
sie dann an diesem Abend doch keiner.
Also,
jetzt hatten wir uns ein Päuschen am Kamin mit einem
Appenzeller wohl alle verdient und es wurde über so
alles Mögliche geschwatzt. Nach einiger Zeit
verschwanden dann Norbi und Daniela, wohl bemerkt, mit
geheimnisvoller
Miene in ein Nebenzimmer. Was folgt denn nun?
Nach ein paar wenigen Minuten öffnete sich dann die Tür
und zuerst sahen wir nur eine hölzerne Röhre bis dann
etwa nach 2 Metern oder so, Daniela hinter dem letzten
Drittel eines Alphorns erschien und Norbi in gleicher
Manier mit seinem Alphorn. Oje, müssen wir da nun tatsächlich
rein blasen und als einziges Resultat hochrote
Pustebacken und aus den Augenhöhlen quillende Augen
zum Besten geben, ohne dass ein harmonischer Ton hörbar
wird. Blamage weit gefehlt! Wir hatten doch einige die
es fertig brachten, einfache Tonlagen, die ab CD
vorgespielt wurden, auf Anhieb auf dem Alphorn
nachzuahmen. Da gab es sogar den einen, der das Alphorn
fast nicht mehr aus den Fingern geben wollte, als Ersatz
versuchte er es dann einige Stunden später mit zwei
Fackeln im Mund. Kompliment an den Club-internen
Musikantenstadel! Der holde Weekend-Älpler Norbert hat
dann sein Können auch noch stolz demonstriert. Es war
eine köstliche, musikalisch Einlage, die hier zum Amüsement
aller dargeboten wurde.
Et
voilà, das Dessertbuffet war nun eröffnet und ein
Kaffee war angesagt. Danach genossen wir einen
Spaziergang mit Fackeln durch die klirrende Kälte der
Silvesternacht und waren just um Mitternacht parat, die
Gläser zu heben und auf ein gutes neues Jahr
anzustossen.
Nach
einiger Zeit hatten wir dann den Drang auf eine weitere
Unterhaltungsrunde. Und so starteten wir mit dem
Montagsmaler-Spiel, das schon fast zur
Silvester-Tradition gehören könnte. Was da so an Sprüchen,
krakeligen Zeichnungen und Einfallsreichtum beim Erraten
der Begriffe dargeboten wurde, endete in einem
Dauerlachen, so dass das Stoppen der Zeit schon ein
schwieriges Unterfangen wurde.
Die
fröhliche Silvesterrunde löste sich gegen die Morgendämmerung
in zufriedener aber auch langsam schläfriger Stimmung
auf und machte sich auf den sicheren Heimweg. Auf ein glückliches,
gesundes und kameradschaftliches 2008!
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